Jeden Tag ein neuer Strand
19 JulDas Leben in Florianópolis rollt munter weiter… Mehr und mehr Strände, mehr und mehr vom wunderschönen Santa Catarina. 2 Wochen bleiben mir hier noch, dann geht es weiter nach São Paulo.
Für jetzt habe ich ein paar Fotos für euch, sobald ich die Zeit finde möchte ich aber endlich auch in schriftlicher Form etwas tiefer in die Geheimnisse der Brasilianischen Kultur eindringen. Weiteres folgt.
Boa noite von hier drüben.
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O Paraíso
9 JulNach einer ziemlich verregneten Anfangsphase, lässt sich die Sonne in den letzten Tagen glücklicherweise auch über Santa Catarina ein wenig öfter blicken. Gelegenheit also um endlich die Gegend zu erkunden und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Brasilien zeigt zwei sehr unterschiedliche Seiten, vergleicht man das chaotische Stadtleben mit der idyllischen Unberührtheit der Natur. Überall wo der Mensch gar nicht oder nur sehr spärlich und behutsam Veränderungen vorgenommen hat, entdeckt man hier ein kleines Paradies nach dem anderen.
Donnerstag bot sich mir das erste Mal die Gelegenheit nach der Arbeit mit dem Bus zur Lagune rauszufahren (siehe Karte, Lagoa da Conceição). Etwas abgeschieden, aber trotzdem mit dem Bus in einer 20-minütigen Fahrt (raus aus dem Rummel der Stadt, über den Hügel, hindurch durch das im Kern der Insel liegende Naturschutzgebiet, vorbei an Sanddünen und kleineren Menschenansiedlungen) gut zu erreichen, liegt die ‘barra da lagoa’, eine kleine Hafenstadt in der die Fischer über den ein wenig ins Innere der Insel reichenden Kanal aus und ein fahren. Nach Überqueren des Kanals erwarten einen zu dieser Jahreszeit verlassene Strände, die eingebettet in wundervolle Buchten und gesäumt von Palmen zum entdeckt werden einladen. Die meisten Palmen, übrigens, sind gar keine Palmen. Oder richtiger, das was wir Deutsche als Palmen bezeichnen gehört meistens eher in die Fruchtbaum-Ecke. Als ‘palmeiras’ wird ausschließlich ein ganz bestimmter Typ Baum bezeichnet, die anderen sind hier meistens entweder ‘bananeiras’ oder ‘coquieros’. Wie auch immer, ob der Baum jetzt Kokosnüsse oder Bananen produziert, für mich sinds trotzdem alles Palmen und immer recht nett anzusehen.
Weniger gemütlich und vor allem lauter ging es am Freitag zu. Rosana war so nett mich auf einen Ausflug einer Schulklasse (sie ist Lehrerin an einer weiterführenden Schule) mitzunehmen. Ich durfte also zu früher Stunde in einem kleinen Omibus voll kreischender Achtklässler(innen) Platz nehmen. Trotz großer Aufregung angesichts des Fremdlings, habe ich die Fahrt aber gut überstanden (unter Anderem weil sich die Schülerhorde mit dem Erlernen Deutscher Schimpfwörter ganz gut vom Kreischen abhalten ließ). Die anschließende Wanderung entlang der Küste der Lagune hat dann auch für alle Busfahr-Querelen entschädigt. Sogar einen kleinen Affen haben wir vor die Linse bekommen – bonitinho. Nach zweistündigem Fußmarsch kehrten wir zum Mittagessen in einem Restaurant ein, dessen Veranda als verlängerter Bootssteg in die Lagune hereinragt. Essen sehr Meeresfrucht-haltig. Wieder Tainha, dazu Camarão (Garnelen), weiteren frittierten Fisch, Reis und änhliches. Mit dem Boot ging es dann zurück zur ‘Bushaltestelle’. Und abends, sehr richtig, Bar, Cerveja + Live-Pagode. Standard.
Heute gings mit Pedro und Rosana im Auto ein Stück die Südküste runter. Unbeschreiblich. Ein Strand schöner als der andere (mit in der heutigen Auswahl – unter anderem einer der 30 schönsten Strände der Welt). Ungefähr 5 Häuser sind vorgemerkt für Zeiten großzügigeren Budgets. Unfassbar, dass wir keinen Menschenmassen sondern höchstens den vereinzelt im Wasser ihre Netze auswerfenden Fischern begegnet sind. Nun ja, die Bilder sagen wahrscheinlich mehr als mein angesichts dieser natürlichen Schönheit ein wenig hilflosem Gefasel. Außerdem steht die nächste ‘festa’ an und Caipirinha muss gemixt werden. Auf bald!
Samba & Tainha
28 JunEinen wunderschönen guten Tag aus dem gerade ziemlich verregneten São José. Zu meinem großen Bedauern gibt es leider auch in Brasilien ab und zu ziemlich mieses Wetter – diese Woche hatten wir reichlich davon. Was aber nicht verhinderte, dass ich endlich auch das bislang nur hier und da aufblitzende ‚Bilderbuch-Brasilien‘ kennen lernen konnte. Aber eins nach dem anderen.
Montag ging es mit Projekt und Sprachkurs los. Mein persönlicher Stadt-Guide Eduardo zeigte mir ein letztes Mal wie man es schafft einen Bus anzuhalten und mit ein bisschen Glück und der richtigen Fragetechnik schließlich das erwünschte Ziel erreicht. Die Organisation Saúde Criança (Kindergesundheit) arbeitet von einem kleinen Büro auf dem sich auf der Insel befindenden Teil der Stadt aus. In dem Gebäude befinden sich außerdem ein kleiner Arbeitsraum in dem mit den Müttern, die zurzeit Programme in der Organisation absolvieren Nähkurse und andere handwerkliche Angebote durchgeführt werden, eine kleine Küche in der zweimal die Woche mit den Müttern gekocht wird, ein kleines Spielzimmer in dem Kinder, deren Mütter an den Programmen teilnehmen, betreut werden und ein kleines Arzt-Zimmer für die regelmäßige Überprüfung der Gesundheit der Kinder. Und genau so setzt sich auch der wichtigste Teil der Arbeit der Organisation zusammen. Im öffentlichen Krankenhaus werden Familien mit kranken Kindern, die Unterstützung brauchen angesprochen und auf die Organisation Saúde Criança hingewiesen. In einem ersten Gespräch wird dann mit der Familie zusammen ermittelt wie geholfen werden kann. Ein Zweijahres-Plan an dessen Ende die Eigenständigkeit der Familie im Umgang mit der Krankheit ihrer Kinder steht wird erstellt und von diesem Zeitpunkt an durchgeführt. In erster Linie arbeitet die Organisation mit den Müttern, die in vielen der bedürftigen Familien alleinerziehend oder alleinverantwortlich für die Kinder sind. Mit Hilfe von Saúde Criança lernen sie wie die Gesundheit der Kinder auch außerhalb des Krankenhauses gepflegt werden kann. Viel wird über Ernährung und Hygiene gesprochen, aber auch handwerkliche Fertigkeiten, die auf einen schnellen (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt und somit auch die finanzielle Eigenständigkeit sind ein fester Bestandteil der meisten Programme. Als Praktikant im wirtschaftlichen Bereich der Organisation werde ich vor allem mit der internen Struktur, Kommunikationsprozessen, Fundraising und externen Beziehungen sowie der (finanziellen) Nachhaltigkeit der Organisation zu tun haben. Als erstes Projekt soll ein internes Kommunikations-System implementiert werden das die Koordination der Freiwilligen und den Kontakt zu den Familien erleichtern soll. Von den Abläufen also durchaus ähnlich wie in einem profitorientierten Unternehmen. Auch Saúde Criança muss finanzielle Ziele erreichen. Zu Effizienz und allgemeinen Charakteristika der Arbeit in einer Nichtregierungsorganisation (organisação não-governmental, ONG, auf Portugiesisch) an anderer Stelle mehr.
Donnerstag allerdings war ebenso wie in Deutschland Feiertag. Generell macht man bei solchen Vorkommnissen in Brasilien auch gern den darauffolgenden Brückentag zum Ruhetag, die erste Arbeitswoche war also angenehm kurz. Unser feriadão (feriado – Feiertag, feriadão – langer Feiertag) war weniger ruhig. Donnerstag wurde außerhalb gegessen. In einem Restaurant hier in São José welches direkt am Strand liegt und in dessen Inneren der Blick aus dem Fenster vom Ufer der Meeresbucht über eine nahe gelegene kleine Insel bis zur Hauptinsel Floripas am Horizont reicht durfte ich das erste Mal Tainha, eine typische Fischart Santa Catarinas, kosten. In traditionellen Restaurants bestellt in Brasilien ähnlich wie in Spanien nicht jeder ein einzelnes Gericht. Für alle werden mehrere Platten verschiedener Speisen geordert, die dann nach und nach auf die Teller verteilt und verspeist werden – wie zu Hause. Der große Fisch fand also in der Tischmitte Platz, dazu gab es für alle Pirão, Reis und natürlich reichlich cerveja. Das mit dem Bier funktioniert hier auch etwas anders. Es wird eine große Falsche bestellt, die ebenfalls gemeinsam getrunken und vom Kellner unaufgefordert bei sinkendem Pegel (innerhalb der Flasche) durch eine volle ausgetauscht wird – immer und immer wieder. Wieder zu Hause angekommen wurde dann eine Wimper herausgerissen (tirar uma pestana – brasilianisches Sprichwort für einen kleinen Mittagsschlaf).
Freitagmittag ging’s mit meinem Gastbruder zu einer Freundin, die in Rio wohnt und bei ihrer auf dem Inselteil der Stadt lebenden Familie zu Besuch war, zum Muschel-Festessen. Eine Familienfeier, wie man sie in Deutschland wohl nie erleben würde. Von ein Uhr an wurden immer neue Wellen von Muschel-Massen, mit Käse überbacken angerichtet in einer großen Backform, und erneut Tainha herumgereicht. Natürlich hat auch die cerveja nicht gefehlt und ich meine auch ein paar Cachaça-Trinker entdeckt zu haben. Wie auch immer, es dauerte nicht lange bis die Großmutter des Hauses freudvoll durch das Wohnzimmer tanzte. Andere Familienmitglieder folgten und der Abend endete in einem großen Samba-Percussion Spektakel bei dem neben den im Hause reichlich vorhandenen Instrumenten auch Geschirr und andere Klopf- und Trommelutensilien zum Einsatz kamen. Nach einer Woche ziemlich viel Unerwartetem also endlich mal ein Stück Klischee-Brasilien. Erfreulicherweise ging das Wochenende ganz ähnlich weiter – Freitagabend Party in einer Bar, diesmal mit ‚Sertaneja‘ Livemusik (ziemlich poppig), Samstag großes Tainha-Essen hier im Haus mit Freunden der Familie, Samstagabend wieder Samba in einem Restaurant in São José. Diesmal ganz traditionell mit Surdo (große tiefe Trommel), Cavaquinho (Ukulele-ähnlich) und Pandeiro (Tamborin-ähnlich) und einer Gruppe größtenteils schwarzer Musiker, die in der Mitte des Raumes um einen großen Tisch saßen und ausgelassen sangen, trommelten und zupften – bom demais! Der Sonntag war etwas ruhiger. Nachmittags in einem Restaurant Fußball gucken (Internacional Porto Alegre – Figuriense Florianópolis), abends in eine Bar in der eine kleine Band ruhigeren und älteren Samba spielte. Dazu gab’s ziemlich guten Caipirinha (seltsamerweise gemixt und serviert von Charlie Chaplin). Rundum ein sehr schönes Wochenende, dass definitiv Lust auf mehr macht.
Inzwischen ist schon wieder Dienstag. In Florianópolis ist es bitter kalt (10 Grad). Während Deutschland schwitzt ist hier also bibbern angesagt. Tagsüber ist es ziemlich angenehm, teilweise richtig warm, nur ohne Sonne wird’s unangenehm – gerade wenn der Wind bläst. Nun ja, hoffen wir, dass der Spuk in zwei Wochen wieder vorbei ist und ich endlich die Badehose auspacken kann. Leider ist es höchst unrealistisch, dass dies im Laufe des Julis noch geschieht. Die ersten Strand- und Surfsessions müssen also wohl noch warten… Nächstes Wochenende steht erst mal die Erkundung der Insel an, die ich bislang immer noch nicht richtig gesehen hab. Bald wird’s also wohl endlich Bilder von den sehnlichst erwarteten paradiesischen Stränden geben.
Florianópolis, die Erste
19 JunFlorianópolis, die Erste.
Endlich kann ich mich dazu durchringen ein paar der in den letzten Tagen erlebten Dinge niederzuschreiben und euch somit hoffentlich einen kleinen Einblick in diese doch so andere Welt hier drüben zu ermöglichen. Es ist unglaublich schwer die ganzen Erlebnisse in Worte zu packen. Gerade auch, weil alles noch so frisch ist und ich noch nicht richtig Zeit hatte alles einzuordnen und zu verarbeiten. Ich probiere es trotzdem mal und werde versuchen alles ein bisschen zu strukturieren… Mit dem Flieger von Barcelona nach Florianopolis Nach einem stressigen Morgen (um 6 Uhr gings in Terrassa los um um 9 Uhr den Flieger in Bracelona zu bekommen) und einem wirklich sehr angenehmen Flug (Singapore Airlines – viel Essen, gutes Bier, sehr guter Service gekleidet in orientalische Gewänder) kam ich um 15 Uhr Brasilianischer Zeit (20 Uhr MEZ) in São Paulo an. Weiter ging‘s mit einem kleineren Flieger ins eine Flugstunde entfernte Florianópolis. Am Flughafen erwartete mich Eduardo, mein Ansprechpartner in den ersten Tagen, der aus Italienisch-Brasilianischem Elternhaus stammt und sofort versuchte auf Italienisch mit mir zu reden. Da mein Italienisch ungefähr so gut ist wie mein Französisch (chouette!), hat er aber bald eingesehen, dass wahrscheinlich mehr ankommt, wenn er auf Portugiesisch redet. Das hat dann einigermaßen funktioniert… Mit dem Taxi ging es dann vom auf der Insel gelegenen Flughafen rüber aufs Festland und hin zu den Marangonis.
Die Gastfamilie und das Haus
Die Familie wohnt im Stadtteil Praia Comprida (Long Beach) in der an Florianópolis grenzenden Stadt São José. Im Haus wohnen Eltern (Rosana + Pedro), Sohn (Pedro Henrique) und Oma (in einer eigenen abgetrennten Wohnung). Auf einem großen Vorhof parken meistens die zwei Autos der Familie sowie die beiden Hunde (Passoca und Preta). Unten sind außerdem die Dusche, eine große Wohnküche und ein kleiner Garten mit mehreren Obstbäumen. Im ersten Stock ist ein weiteres Wohnzimmer mit Fernsehecke und einer großen Schiebetür, die auf den Balkon führt. Außerdem sind im ersten Stock die Schlafzimmer (also auch meins) und noch ein Klo. Achja, vom Balkon, der an der gesamten Außenwand vorbeiführt und auf den man zusätzlich Zugang sowohl vom Zimmer der Eltern als auch von meinem Zimmer hat, aus kann man hinter dem neben dem Haus liegenden Baumaterial-Handel sowohl das Meer als auch die bergige Landschaft der Ilha da Magia sehen. Man bemerkte schon verschmitzt lächelnd, dass ich des Morgens Zähne putzend draußen stand… Im zweiten Stock schließlich hat Pedro Henrique, der neben seinem zweiten Studium in Informatik (vorher Wirtschaft) auch in diesem Bereich arbeitet, sich ein kleines Arbeitszimmer eingerichtet. Hier hält man (Pedro Henrique und ich) sich auf, wenn man am Computer sitzt oder abends Musik hört oder Freunde zu Besuch sind. Das eigene Zimmer ist ausdrücklich nur zum Schlafen da. Die Familie ist wirklich sehr nett. Mit der Sprache klappt es echt schon ganz gut, sodass ich schon sehr interessante Gespräche führen durfte. Viel über Brasiliens Wirtschaft, das Bildungssystem und natürlich ganz viel über Unterschiede in Brasilianischer und Deutscher/Europäischer Lebensweise. Vou aprendendo…
Florianopolis
Freitag war ich mit Eduardo drei Stündchen in der Stadt unterwegs. Im Gegensatz zu Europa ist Brasilien ein sehr junges Land. Florianópolis ist erst kürzlich 280 Jahre alt geworden, erst im 18. Jhd. wurde die Stadt richtig besiedelt. Dementsprechend schwer ist es das historische Zentrum einer Stadt wie Aachen, Maastricht oder Barcelona mit der „Altstadt“ Florianópolis zu vergleichen. Alles ist im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs schnell und chaotisch gewachsen. Viele Hochhäuser, viele Menschen, viel Verkehr. Die Stadt selbst fand ich jetzt nicht so unglaublich schön wie ich es nach den Schwärmereien der Brasilianer erwartet hätte, ich schätze der Reiz der Region liegt definitiv in der naturbelassenen Insel mit ihren Lagunen und vielen Stränden. Aber auch die Stadt ist voll mit Straßen, die den schönen Namen ‚Beira-Mar‘ (Nähe-Meer) tragen. Es ist nie weit zum Wasser. Morgen geht es das erste Mal zur Arbeit und zum Sprachkurs. Das Projekt und die Sprachschule liegen etwas vom Zentrum entfernt ein gutes Stück weiter auf der Insel. Mal schauen, wie es da so aussieht… Um in die Stadt zu kommen musste ich Bus fahren – definitiv ein Erlebnis. Das fängt hier schon mit der Bushaltestelle an. Man darf sich das nicht wie in Deutschland vorstellen. Rosana brachte mich netterweise zu der ‚Stelle an dem der Bus hält‘ – und viel mehr ist es hier auch nicht. Ein Laternenpfahl reicht für die Einheimischen als Erinnerung, dass hier in vollkommen beliebigen und unregelmäßigen Abständen eventuell ein Bus vorbeikommen könnte. Schon nach ca. 10 Minuten war das am Freitag glücklicherweise der Fall. Wenn man einsteigt, bezahlt oder zeigt man sein Ticket nicht beim Busfahrer, sondern bei einem weiteren Angestellten, der einige Meter in den Bus hinein links einen kleinen Tisch hat auf dem der Eintritt in den Bus gegen ein Ticket getauscht werden, welches dann mit Kleber in ein Sammelheft geklebt wird. Der Busfahrer muss sich somit nicht um den Verkauf der Tickets kümmern sondern kann ungestört durch die Straßen brettern (und ab und zu für den Bruchteil einer Sekunde die Türen öffnen, damit Leute rein und raus springen können) – großartig.
Essen
Die Vokabeln fürs Essen sind die allerschwierigsten. Daher kann ich leider noch nicht genau sagen, was ich schon alles gegessen habe. Vieles ist aber ähnlich wie in Europa. Sowohl im Restaurant mit Eduardo am Freitag als auch hier im Haus gibt es viel Fleisch und sowohl Kartoffeln als auch Reis. Ein großer Unterschied allerdings: Früchte. Ich wurde schon darauf vorbereitet, aber es ist doch noch mal etwas anderes die unglaubliche Vielfalt mit eigenen Augen zu sehen und selbstverständlich schließlich zu schmecken. Jeden Tag gibt es frisch gepressten ‚Suco de Laranja‘ (Organgensaft), schon mehrmals gab‘s aufgeschnittene ‚Marmão‘ (Melonenähnlich, hat aber auch ein bisschen was von Kürbis) aus dem Garten und letztens eine ‚Vitamina de irgendwas‘ (Milkshake). Im nahe gelegenen Obstladen haben wir gestern frische Mango und Maracujas gekauft. Und einen ‚suco de sai‘ (Frucht aus Amazonien) durfte ich auch schon probieren. Achja, ‚guaraná‘ (ebenfalls Amazonas) war auch drin… Selbst eine ‚banana‘ hab ich probiert – leider war der Geschmack zwar etwas voller, aber doch nicht völlig anders als in Deutschland. Bananas sind also bis auf weiteres auch hier aus dem Essensplan verbannt…
Und sonst…
Ich habe das Gefühl, dass ich eigentlich noch überhaupt nichts erzählt habe… Es ist einfach unglaublich viel. Im Laufe der Wochen wird das Bild wohl etwas klarer werden, aber jetzt gerade ist für mich selbst alles noch ziemlich verschwommen und einfach nur alles viel und neu, auch wenn ich eigentlich noch nicht allzuviel außerhalb des Hauses unterwegs war. Bis auf Freitagabend. Pedro Henrique hat mich direkt mitgenommen mit Freunden in eine ‚bar‘ zu gehen. Mit einer ‚bar‘ ist hier nicht etwa eine kleine verrauchte Eckkneipe gemeint, das Ding in dem wir Freitag waren hatte einen riesigen Pool im Hof und Palmen überall. Dann eine riesige Terrasse mit Tischen und Stühlen und so weiter und drinnen eine große Tanzfläche mit Bühne. Den ganzen Abend haben Bands gespielt. Erst etwas ruhigere Musik, dann ‚pagode‘ (etwas modernere, ziemlich populäre Version des Samba), d.h. natürlich volle Percussion-Besetzung und Sänger und Tänzer. Es ist unmöglich dabei in der Ecke zu stehen und cool mit dem Kopf zu wippen… Nun ja, morgen geht’s richtig los. Um 10 Uhr fängt mein erster Arbeitstag an, um 16 Uhr die erste Sprachstunde. Ich bin gespannt…
Ein paar Fotos habe ich natürlich auch noch… Meistens sah das so aus, dass Eduardo alle paar Minuten meinte “Uma foto, uma foto, Lukas!” Und zack stand ich da und musste in die Kamera grinsen. Nun ja, jetzt habt ihr wenigstens ein paar Anhaltspunkte wie es hier aussieht…



























































































